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terroir - ein text



In gewisser Weise hat Ekkeland Götze etwas erreicht, wovon wir hart gesottenen Terrroir–isten nur vage träumen. Es ist ihm auf subtile Weise gelungen, den feinen, flüchtigen und für manche sogar spekulativen Charakter des Terroir einzufangen und langfristig auf Papier zu bannen. Noch Jahrzehnte, nachdem unsere flüssigen Versuche in ihren gläsernen Behältern verdorben und verflogen sein werden.


Den Rebstock als Medium auf der Suche nach Terroir einzusetzen, ist eine modische Weinanbauvermarktungsidee geworden. Colette schrieb vor über 70 Jahren: "Allein dem Rebstock ist es im Reich der Pflanzen gelungen, den wahren Geschmack der Erde verständlich zu machen." (1)

Dennoch verschleiern und unterdrücken die meisten modernen Weinanbau- und Kellertechniken sogar die Möglichkeit, die geistige und sinnliche Offenbarung des unverwechselbaren “Lokalkolorits” des Rebstocks zu erleben, obwohl vor allem die Weinbauern sich unablässig brüsten, diesen in ihren Flaschen zu haben. (2)


Ekkelands Kunst ermöglicht in unserer schnelllebigen Zeit einen völlig neuen Blick auf das Terroir rund um die ERDE. Durch Farbe und Struktur macht er dieses erkennbar. Wie Schneeflocken gleicht keine Terragrafie einer anderen. In Reih und Glied strahlen sie doch wie Edelsteine, so lebendig und kraftvoll, dass sie uns zwingen, den eher farblosen Ausdruck “Erdtöne“ neu zu überdenken.


Unser eigenes Fleckchen auf diesem Planeten, Prince Edward County, hat ganz junge Böden, die von den letzten Gletschern vor etwa 4000 bis 10 000 Jahren geschaffen worden sind. Durch sie wurde der 460 Millionen Jahre alte Kalksandstein gemahlen und so auf magische Weise wiedergeboren. Es ist eine glückliche Fügung, dass wir uns mit diesem flachen, steinigen Kalkboden, der uns Weinneulinge zu harter Arbeit zwingt, brüderlich vertragen. Der Glaube an diesen Boden hat uns veranlasst, Ekkeland zu rufen.


Der Namen des Künstlers, EkkeLAND, weckt Erwartungen - und tatsächlich wird die Leidenschaft und formale Strenge der Terragrafie vom Weinbauern, der auf weniger direkte Art mit dem Terroir kommuniziert, sofort verstanden. Der Kalifornier Randall Grahm, dem es nie an raison d’ętre mangelt, schrieb vor ein paar Jahren: "Um die Idee des Terroir glaubwürdig zu verfolgen, muss der Kellermeister sein Ego unterdrücken und seine kunstvolle Unterschrift in die Ecke des Weingemäldes anstatt mitten hinein platzieren..."


Er hätte genauso gut von Ekkelands Kunst schreiben können ...bis zum Prägesiegel auf der unteren rechten Seite jeder Terragrafie.



Geoff Heinricks, September 2005





1 < Seule, dans le rčgne végétal, la vigne nous rend intelligible ce qu’est le véritable saveur de la terre. > Sidonie-Gabrielle Colette, Prisons et Paradis, 1932

2 For a great philisophical rant on this, read Randall Grahm’s speech < The Reign of Terroir >, given on May 21st at the Terroir International 2000 conference.