Songlines
Australien - 2007
In den Urzeiten der Schöpfung, als die Welt noch jung und ungeformt war, erhoben sich die Ahnen der Aborigines aus der ERDE, durchwanderten die Welt und erschufen das Land.
Seit dieser Traumzeit durchziehen die Ureinwohner den australischen Kontinent. Bis heute gelten die Regeln, die die Ahnen der Welt in der Traumzeit gaben. Sie sind seit Generationen im Gedächtnis gespeichert und werden mündlich weitergegeben. Es entstand eine Kultur, deren Grundlage seit mehr als 40.000 Jahren darin besteht, ein Leben im Einklang mit der Natur zu führen und so deren Fortbestand zu sichern.
Eine besondere Rolle spielen die Songlines, die den Aborigines seit Urzeiten als Wegweiser auf ihren Wanderungen durch das unendliche Land dienen. Sie enthalten das ganze notwendige Wissen, um ankommen zu können. Ganz Australien ist mit dem unsichtbaren Netz dieser Pfade überzogen.
Im April und Mai 2007 habe ich den Kontinent für dieses Erdbild-Projekt auf dem Stuart-Highway von Port Augusta im Süden bis nach Darwin im Norden durchquert.
Dabei habe ich an verschiedenen Orten mit dem Einverständnis und der Hilfe der dort lebenden Aborigines ERDE gewonnen, die für die Familien oder Clans eine besondere Bedeutung haben und mit deren Geschichte sie repräsentiert sein wollen.
Es war eine gewaltige Herausforderung, in der mir zur Verfügung stehenden Zeit die richtigen Leute in dem riesigem Land zu finden. Ziemlich bald wurde klar, dass meine ursprünglichen Idee, mit den Hütern des Landes eine Songline zu gehen und ERDE auf dieser zu graben, nicht zu verwirklichen war.
Zum Glück bin ich jedoch vielen offenen und hilfsbereiten Leuten begegnet, die mir und meiner Vision vertraut und großzügig von ihrer heiligen ERDE gegeben haben. An manchen Orten ist es mir nicht gelungen, die Menschen von meiner Idee zu überzeugen. Diese Haltung habe ich respektiert und auf die Gewinnung von ERDE verzichtet.
Es war mir möglich, bei sieben von heute noch etwa 150 existierenden verschiedenen Völkern Australiens ERDE zu gewinnen.
Die daraus entstandenen ERDBILDER visualisieren deren Kultur, ohne sie anzutasten. Sie ermöglichen allerdings nur einen flüchtigen Blick auf die verschiedenen Teile des Projekts, lassen aber den Reichtum der Kultur dieser Menschen erahnen.
Dank
Mit der Hilfe vieler interessierter und offener Menschen konnte ich dieses eindrucksvolle Projekt realisieren.
Allen bin ich zu größtem Dank verpflichtet. Stellvertretend bedanke ich mich hier bei:
Tamara Watson aus Adelaide, die mich mit unverzichtbaren Informationen und Kontaktadressen versorgte,
bei Terrence Coulthard, der mir mit einer bewegenden Zeremonie den heiligen Ocker der ADNYAMATHANHA aus Iga Warta anvertraute,
bei Sandra Taylor aus Coober Pedy, die mir den Zugang zum Land der ANTAKIRINJA MUTUNTJARA ermöglichte,
bei Marie Elena Ellis, die selbst die ERDE der AMWENGKWERNE in Amoonguna ausgrub,
bei Junior Juppurrula Frank, der mich brüderlich in Nyinkka Nyunyu empfing, mit dem ich dann durch das Land um Tennant Creek fuhr und dabei die ERDE der WARUMUNGU gewinnen konnte,
bei Balany Bolgi, Roland Ashley und John (Longjohnny) Dewar, die mir die ERD-Gewinnung in Manyallaluk erlaubten
und bei Georgie Walton Cunhill, mit der ich die ERDE der MURRUMBUR im Kakadu National Park ausgrub.
Bedanken möchte ich mich auch bei Birgit Scheps aus Leipzig, die mich in die Kultur der Aborigines einführte und konkrete Kontakte in Australien vermittelte, sowie Christiane Fenell aus Eddelak, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand.
Zum Gelingen des Projekts trugen außerdem bei:
Vivien Anderson, Melbourne
Georgina Bracken, Tennant Creek
Angelika Brunner, München
Ulrike Folie, München
Leslie Yunbumba Forster, Karlu Karlu
Bill Harney, Katherine
Raewyn Kavanagh, Alice Springs
Florian Mair, Adelaide
Tim Newth, Darwin
Barbara Ambjerg Pedersen, Katherine
Steve Sarev, Darwin
Jill Seer, München & Melbourne
Phil Shannon, Iga Warta
John Syme, Alice Springs