Die Gletscher
2020 - 2021
Vom Eise befreit sind Berge und Täler,
nicht durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
durch das maßlose Streben der Menschen nach Glück,
ziehn sich die Gletscher aus den Bergen zurück.
Seit Urzeiten fräst das zu EIS gewordene WASSER gewaltiger Gletscher Täler in die Gebirge und gestaltet die Ebenen. Durch den vom Menschen gemachten Klimawandel schrumpfen die Gletscher immer schneller.
Die Verschwundenen sind nur noch auf faszinierenden und bestürzenden Fotografien zu betrachten.
Die in diesem Projekt geschaffenen TERRAGRAFIEN sind eine künstlerische Momentaufnahme des gegenwärtigen Zustands und werden in kurzer Zeit überholt sein.
Gletscher speichern 70 % des Süßwassers der Welt, sind Ursprung vieler Flusssysteme und haben entscheidenden Einfluss auf das Weltklima.
Die Gletscher der Alpen, die in den Kaltzeiten sogar bis ins Alpenvorland vorstoßen konnten, prägen die Landschaft bis heute. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ziehen sie sich deutlich zurück. Zurzeit gibt es in den Alpen ungefähr 5.000 Gletscher, die in den 1970er Jahren noch eine Fläche von fast 3.000 km² bedeckten. Heute sind es weniger als 1900 km².
Szenarien für das 21. Jahrhundert zeigen an, dass bei einer Erhöhung der durchschnittlichen Lufttemperatur im Sommer (April bis September) um 3 °C bis 2100 die Gletscher der Alpen etwa 80 % der im Zeitraum zwischen 1971 bis 1990 noch vorhandenen Fläche verloren haben könnten. Eine Erwärmung um 5 °C würde praktisch jeden alpinen Gletscher verschwinden lassen.
Die ERDE für dieses Projekt wird an den Zungen oder Toren markanter Alpengletschern gewonnen. Zunächst sind fünfundzwanzig Gletscher (der Nördlichste, der Südlichste, der Größte, der Kleinste, der Mächtigste, der Älteste, der Berühmteste usw.) ausgewählt. Drei der fünf deutschen Gletscher werden mit dabei sein.