Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

SINAI

2004

Der Berg Sinai ist allen drei großen monotheistischen Religionen heilig.

Im Süden der Halbinsel, die sich zwischen dem Golf von Suez und dem Golf Aqaba dem Roten Meer entgegenstreckt, erhebt sich dieser Berg aus vielfarbigen und verschiedenformigen Wüsten, durch die Moses die Kinder Israels zum gelobten Land führte. Auf dessen Gipfel empfing er die Gesetze Gottes. 
Am Sinai gewann ich zehn ERDEN.

Eine davon grub ich mit dem Wohlwollen der Mönche am Fuße des Berges im Katharinenkloster aus, in dessen Mitte noch immer der Dornbusch sprießt, aus dem Gott zu Moses sprach. 
Eine andere entnahm ich auf dem Gipfel des Gebel Musa.

Acht weitere ERDEN fand ich in der trockenen Steinwüste nur mit der Hilfe und auf den Pfaden der Gebelia-Beduinen in den Schluchten, Gärten und Brunnen des Berges.
Dabei vermied ich es, an Orten ERDE zu graben, die mit den Beschreibungen der Bibel in Zusammenhang gebracht werden. Mein Ziel war es, dem übergeordneten Prinzip der Religionen zu entsprechen und den Frieden nicht stören, der dort seit 1700 Jahren zwischen den muslimischen Söhnen der Wüste, den griechisch-orthodoxen Mönchen und den jüdischen Besuchern herrscht.

Ein Kommentar

Die Reise zum Berg Sinai war eine Reise zu einer der wichtigsten Quellen unserer Kultur. Die christlich geprägte Kultur hat ihre Wurzeln in der jüdischen, deren Ursprung auf dem Sinai zu suchen ist.

Die Anzahl der zwischen dem Fuß und dem Gipfel des Berges gefundenen ERDEN entspricht den 10 Geboten, die nach wie vor die Grundlage unserer moralischen und ethischen Normen bilden und zugleich als Sinnbild der Verbindung zwischen Irdischem und Göttlichem im kollektiven Gedächtnis verankert sind.

Die entstandenen Erdbilder zeigen ein authentisches, ein "objektives" Bild dieser Orte. Sie bestehen aus reiner, nicht manipulierter ERDE, sind aber durch das Druckverfahren in einen neuen Zustand übergegangen. Dieses andere, in der Natur nicht vorkommende Bild macht die geistige Dimension der Arbeit sichtbar.

Durch die Anwendung der Freskotechnik wird die Reinheit der ERDE nicht angetastet. Es scheint sogar, naturwissenschaftlich begründet, möglich zu sein, dass  die Kohlenstoffatome, die die Kinder Israels vor tausenden von Jahren geatmet haben, heute die ERDE an den Kalkmörtel dieses Werkes binden.

In den Metamorphosen dieses Werkes wird die uns vorstellbare Zeit überwunden. Es sind Teilchen beteiligt, die uns unsichtbar bleiben. Sichtbar bleibt ein materialisiertes Bild, das auch berührt werden kann.